Die Rasse - Shar Pei

Veni, vidi, vici - er kam, sah und siegte. Auf der ganzen Welt und auch bei uns in Deutschland. Wo kommt er her und was macht ihn so liebenswert? Was sind seine Besonderheiten?

Herkunft und Geschichtliches

Der chinesische Shar-Pei ist eine alte Rasse, die seit Jahrhunderten in den südlichen Provinzen Chinas, am Südchinesischen Meer existiert hat. Die Rasse hat ihren Ursprung in Dialack, einem Gebiet nahe Guangzhou (Kanton), sehr verbreitet war sie in der Stadt Dah Let in der Provinz Guangdong.

Die Rasse ließ sich anhand von Funden und Abbildungen bis in die Han-Dynastie (206 v. Chr.–220 n. Chr.) zurückverfolgen und wurde seit Beginn ihrer Entwicklung nur von armen Leuten gehalten. Meistens waren es Fischer und Bauern. Der Shar-Pei wurde damals in erster Linie als Wachhund gehalten. Viele Hunde wurden auch zur Jagd auf Kleinwild und Ratten eingesetzt. Daher besitzt diese Rasse auch einen gewissen Jagdtrieb.

Ende des 18. Jahrhunderts besetzten die Engländer China. Sie brachten ihre Hunde wie den Bullterrier, die Bulldogge und den Mastiff mit, um ihre Stärke zu demonstrieren. Sie wollten beweisen, dass nicht nur sie selbst, sondern auch ihre Hunde tapfer und furchtlos waren. Mit ihrer Vorliebe zum Hundekampf provozierten sie die Chinesen. Da in China keine größeren Hunderassen existierten, die sich mit den Hunden der Engländer messen konnten, blieb einzig der Shar-Pei als möglicher Gegner übrig; daher stammt wohl auch die im Großen und Ganzen aber nicht zutreffende Bezeichnung „Chinesischer Kampfhund“.

Der ursprüngliche Shar-Pei war in den 1950er-Jahren fast ausgestorben, seine Rettung verdankte er einem dem Züchter Matgo Law aus Hong Kong. Laut diesem sollen 1971 noch knapp ein Dutzend Hunde am Leben gewesen sein. Auf einer Ausstellung in Hongkong wurde 1972 der „Chinese Shar Pei“ als Zucht aus chinesischen Hunden erstmals als Rasse vor- und ausgestellt. Bereits Anfang der 1960er-Jahre wurde der Grundstock für die heutige Shar-Pei-Population durch Matgo Law und Chung Ching Ming geschaffen. Der Züchter Matgo Law aus Hongkong bat Anfang der 1970er-Jahre die amerikanischen Hundefreunde, ihm beim Erhalt dieser Rasse zu helfen. 1976 galt der Shar-Pei als die seltenste Hunderasse der Welt. Es wurden weltweit nur noch 145 Exemplare gezählt, wovon alleine 96 in den Vereinigten Staaten lebten. Allerdings unterscheiden sich die Shar-Pei von jener Zeit deutlich von denen, wie man sie heute kennt.

Der heutige Shar-Pei ist massiger, hat einen größeren Kopf und ist etwas kleiner als der ursprüngliche Typ. Die dreieckigen Ohren, die blaue Zunge, das harte Haar und die geringelte Rute blieben jedoch erhalten.

 

Beschreibung

Auffällig an diesem bis 51 Zentimeter großen Hund sind die vielen Falten/Hautlappen an Kopf, Widerrist und Schwanzansatz und die sehr kleinen, anliegenden Ohren. Zunge, Zahnfleisch und Gaumen sind blau bis blauschwarz. Sein Haar ist kurz, rau und borstig. Das Haar ist gerade und steht vom Körper ab, außer weiß sind alle einheitlichen Farben zugelassen. Die Rute wird eng gerollt oder über dem Rücken oder zu einer von beiden Seiten getragen.

Die Welpen besitzen im Gegensatz zu Welpen anderer Rassen mehr überflüssiges Fell. Die Falten bilden sich zwischen der 2. und 16. Woche und der Hund wächst in sein Fell hinein. Die Falten sollten eng anliegend und nie übertrieben sein, so dass ein ausgewachsener Shar-Pei nur noch auf der Stirn und am Widerrist einige Falten aufweisen sollte. Schließlich wurde der Shar-Pei als vielseitiger Arbeitshund gezüchtet, der agil sein soll, und nicht durch übermäßige Falten behindert wird.

Der Name „Shar-Pei“ wird irrtümlich mit „Faltenhund“ übersetzt. „Faltenhund“, ins Chinesische übersetzt, heißt „zhòupì gǒu“. Die richtige Übersetzung für den Namen „Shāpí Gǒu“ heißt „Sand-Haut-Hund“.

 

Charakter

Der Shar Pei ist nicht nur vom Äußeren ein Molossertyp, sondern auch von Wesen zeigt er typische molossoide Eigenschaften. Er strahlt Ruhe, und Gelassenheit aus, wirkt nie hektisch, ist sehr selbstsicher und intelligent. Er ordnet sich bei richtiger Erziehung dem Menschen bedingungslos unter ohne unterwürfig zu sein. Er ist seiner Familie gegenüber treu ergeben, und unglaublich respektvoll. Da er sich sehr eng seiner Familie anschließt, sollte er auch immer in und mit ihr leben dürfen, der Shar Pei ist für eine einsame Zwingerhaltung völlig ungeeignet. Zu seiner Familie ist er in seiner Zuneigung überzeugend und fast verschwenderisch, er ist ein hervorragender Wächter und glühender Verteidiger seiner Familie und seines Zuhauses. Fremden gegenüber zeigt er ein abwartendes, vorsichtiges und zurückhaltendes Verhalten. Besonders zu erwähnen ist seine sprichwörtliche Kinderliebe.


Pflege

Der Shar-Pei benötigt keine besondere Pflege, er ist aufgrund seines kurzen Haares sehr pflegeleicht. Die Zucht ist heute bestrebt die übermäßige Faltenbildung beim ausgewachsenen Hund zu vermeiden. Die ausgeprägten Falten der Welpen verschwinden im Laufe der Entwicklung und verbleiben lediglich noch im Schulter- und Kopfbereich. Ausgeprägte Falten bedürfen aber einer ständigen Kontrolle.

 

Rassetypische Erkrankungen

Eine rassetypische, vermutlich genetisch bedingte Hauterkrankung ist die Idiopathische Muzinose. Des Weiteren ist derzeit eine große ausgehende Gefahr durch Familial Shar-Pei Fever (FSF) und Amyloidose gegeben. Der Genpool der Shar-Pei ist immer noch sehr begrenzt und bedarf seitens der Züchter eines großen Verantwortungsbewusstseins, gepaart mit der entsprechenden Sorgfalt und seitens der Verbände sowie Rassezuchtvereinen einer sehr genauen Kontrolle, welche Hunde verpaart werden dürfen.

 

Widerristhöhe:
45 - 51 cm
Gewicht: 18 - 28 kg
Alter: 11 - 12 Jahre
Ursprungsland: China
Fell: creme, rehbraun, rot, schwarz
heute: Begleithund
früher: Kampf-, Hirten- und Schutzhund

(Quelle: Wikpedia)